Hamburger Stimmsymposium

12. – 14. April 2019

Praxis-Workshop mit Renate Braun

So. 14.04.2019, 11-12 Uhr

Die Monsterstimme – Praxis extremer Gesangstechniken

Dieser Praxisworkshop bietet StimmarbeiterInnen jeder Stil- und Berufsrichtung die Möglichkeit, das Monster in ihrer Stimme zu wecken. Es darf nach Herzenslust gejault, gequiekt, geknattert, gebrüllt und gegrunzt werden – immer stimmgesund und mit vollem Körpereinsatz.
Wird im klassisch orientierten Gesang im allgemeinen auch heute noch die Vorstellung der„schönen“ und perfekt geformten Stimme favorisiert, so ist die Pop-, Rock- und Jazz- Musik seit jeher ein Tummelbecken ungewöhnlicher, unangepasster und teilweise extremer Stimmtechniken. Hier wird die Stimme im vollen Sprech- und Rufstimmenumfang bis an ihre natürlichen Grenzen ausgereizt und dabei, wenn gewünscht, perfekt mit der Randstimme verschmolzen – eine Technik, die durchaus auch in dramatischen Partien von Oper und Musical, und in der experimentellen Musik genutzt wird.
Die zusätzlich genutzte Schwingung des Kehldeckels, des Gaumens und der Rachenschleimhäute, sowie ein verstärkter Druckaufbau durch Bauch- Becken- und Brustkorbmuskulatur sorgen nicht nur für die gewünschte Höhe oder Tiefe, sondern auch den nötigen „Dreck“ und die „Monstereffekte“. Dabei hat die anatomische und physikalische Machbarkeit, sowie die Gesundheit der Stimme immer oberste Priorität, wie der Blick „nach innen“ anhand von Laryngoskopie-Videos zeigen wird.
Beim Wecken der Monsterstimme bedient sich die Gesangspädagogin Renate Braun garantiert keiner mysteriösen oder dämonischen Praktiken, die die Stimme ruinieren könnten, sondern hier werden mit klassischen gesangspädagogischen Mitteln, viel Experimentierfreude und Spaß alle Randbereiche der Stimme ausgelotet. Ohne Berührungsängste und Ressentiments wird der gesamte Stimmapparat optimal geöffnet und dabei ungeahnte stimmliche Möglichkeiten entdeckt.

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